Zwischen Euphorie und Melancholie
- Manuela Wicher
- vor 1 Tag
- 1 Min. Lesezeit
In diesem Jahr lag ein Winter, groß und weit, vor unserer Haustür, hat Schnee zu unseren Fenstern geschickt und ich habe mit meinem Hund stundenlang dem anmutigen Tanz der Flocken zugesehen. Er scheint sie willkommen heißen zu wollen – bitte, bleibt bei uns – dann rennt er los, springt über die weißen Wege und wälzt sich ausgelassen. Dass aller herrliche Schnee nun taut, scheint mich mehr zu betrüben als ihn. Ohne Zaudern lässt er einen Moment hinter sich und wendet sich begeistert dem neuen zu. Seit wir mit einem Hund leben, erleben wir solche Freudenausbrüche in einer immer wieder neuen, nie abnehmenden Intensität. Er lässt sich nichts von dem entgehen, was sein Leben schöner macht und findet immer etwas zu seiner Erheiterung. Seine unverfälschte Lebensfreude ist mitreißend und für unsere Herzen hervorragend. Oft frage ich mich, wie es wäre, wenn jeder Mensch ein Tier lieben würde. Ich glaube, sie könnten auch die Welt mehr lieben.
Ich habe meinen Roman fertig. Fertig ist das falsche Wort, natürlich ist es noch nicht fertig, aber alle Kapitel sind überarbeitet, in sich stimmig, mehrfach überschrieben und weder ein gelöschtes Komma noch ein neu gesetzter Punkt können daran etwas ändern.
Es ist mein persönlichster Roman, einer, der mich auflöst und umstößt. Vielleicht bin ich einfach nur verrückt, solche Sachen aufzuschreiben, davor hätte ich mich doch sehr einfach schützen können. Ich habe noch nicht herausgefunden, wie das geht. So weben sich meine Texte zusammen aus dem, was ich erlebt, gesehen und gehört habe, aus Wahrheit und Fiktion. Noch ist es ein Packen loser Papiere, noch ist das Jahr am Anfang.
Bleibt gesund, seid hoffnungsfroh. Von Herzen, eure Manu W.
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