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Berge oder Meer?

Vanille oder Schoko, Sekt oder Selters? Ich habe eine leichte Abneigung gegen das Wörtchen oder. Viel lieber mag ich und. Denn ich liebe beides: Berge und Meer. Am allerliebsten wäre mir, wenn die beiden zusammenliegen würden. Berge am Meer. Meer in den Bergen. Deswegen liebe ich den Jasmund. Gewaltige Buchenwälder, kreideweiße Steilküste, türkisblaues Meer. Alles vermischt sich zu einem surrealem Meisterwerk. Ich fühle mich dort oft völlig überwältigt von der Schönheit der Farben, der Formen, der Gerüche. Bestimmte Orte sind magisch, dieser gehört dazu. Hier kann ich stundenlang laufen und vor mich hindenken. Für unsere Gedanken gibt es keinen Unterschied zwischen Realität und Traum, sie beschäftigen sich nur mit der Intensität der Gedanken. Wenn ich mich antriebslos und traurig fühle, rufe ich schöne Erinnerungen hervor. Sie können stärkend für mich sein, ich ziehe Kraft daraus. So versuche ich das Leben immer wieder, jeden Tag aufs Neue.

In ein paar Tagen geht es an die Nordsee. Sie ist authentischer, wilder als die behutsame Ostsee. Sobald ich das Meer sehe, muss ich lächeln. Ob Meer, See, Fluss – wenn ich Wasser sehe, ist in mir ein unaufhaltsamer Drang, hineinzugehen. Egal, wie kalt oder warm es ist, wie früh oder spät. Es scheint, als ob meine Füße ein Eigenleben bekommen. Sie wollen mit dem Wasser in Kontakt treten. Unser Hund, mittlerweile 11 Monate, ist genauso. Er liebt jedes Wasser. Vor vier Wochen ist er das erste Mal geschwommen. Mit wehenden Ohren und lachendem Gesicht. Ein verzauberter Wassergeist. Nun wird er das erste Mal das Meer sehen. Ein wenig beneide ich ihn darum. Überwältigende erste Male. Je älter man wird, umso weniger gibt es erste Male. Ich bedauere das sehr. Aber nun: ein erster Urlaub mit unserer Fellnase. Am Meer.

Berge oder Meer? Beides. Die Erkenntnis mit zunehmender Erfahrung: es muss nicht immer ein oder sein. Die Welt ist dafür zu komplex. Das Leben sowieso. Lieben kann man vieles. Aber wenn ich mich entscheiden müsste: ich würde das Meer wählen. Es ist schon so: Berge versperren einem oft die Aussicht. Wenn ich aufs Meer schaue, ist vieles möglich. Dort sehe ich am deutlichsten, dass alles in Bewegung ist. Das Meer steht niemals still. Wie meine Gedanken auch. Und das Leben. Stagnation lähmt mich, Stillstand kann ich schwer ertragen. Wann immer etwas stagniert, verändere ich es.

Leb so glücklich, wie du kannst und sei von Herzen gegrüßt.

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1 Comment


Berge im Meer klingt gut. Jetzt aber die Frage - Norden oder Süden... Es ist immer eine Entscheidung notwendig....😉

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